Die Nachnominierung war erfolgreich. Die Freien Wähler der Stadt Burladingen bieten insgesamt 19 Kandidaten für die Kommunalwahl auf. Fünf davon zogen gestern noch nach. Gleichwohl klaffen Lücken.

Es sei "brutal schwer gewesen", Kandidaten zu finden - so klagte der Fraktionssprecher der Freien Wähler, Alexander Schülzle, gestern gegenüber den Bewerbern, die eben doch bereit waren, sich für ein Amt als Burladinger Gemeinderat zur Verfügung zu stellen. Die Politikverdrossenheit, bedauerte Schülzle, werde größer, die Bereitschaft, sich einzubringen geringer. (Eine Ansicht, die man landauf, landab so aber auch von zahlreichen anderen Kommunalpolitikern jeglicher Couleur hören konnte.) Umso mehr dankte Schülzle den Anwesenden, die eine Kandidatur riskieren wollen.

 

Bereits zuvor auf der Liste der Freien Wähler hatte für die Kernstadt Alexander Schülzle selbst gestanden. Ihm zur Seite Rosi Steinberg und Kevin Rieber - allesamt drei Mitglieder des amtierenden Gremiums. Ebenfalls zu einer Kandidatur bereit gezeigt hatten sich außerdem die Burladinger Torsten Knör, Daniel Deuringer und Bernd Pries. Neu hinzu kamen gestern für die Kernstadt Barbara Schumann (auf unserem Bild in der ersten Reihe die zweite von rechts) und Manuel Hipp (sitzend, ganz rechts).

 

Im Ortsteil Gauselfingen hatten die Freien Wähler bislang keine Bewerber aufzubieten. Mit Gabriele Amann änderte sich das nun. (Amann war gestern gesundheitlich verhindert, hatte aber ihre Bereitschaft erklärt.) Auch in Hausen sah es für die Freien bisher schlecht aus. Hier sprang Angela Wuhrer nachträglich in die Bresche (im Bild stehend, zweite von links). Für Starzeln gehen bekanntermaßen Berthold Krieg und Anton Abele ins Rennen. In Killer war und ist es Dr. Armin Schweitzer.

 

In Ringingen hatten die Freien Wähler zuvor schon Karl-Moritz Kraus und Wendelin Heck aufgeboten. Mit Beate Christeleit bewirbt sich dort nun auch eine Frau (stehend, vierte von rechts). In Stetten hatten sich vorab Hans Locher und Marlies Freudenmann zu einer Kandidatur bereit erklärt.

 

Das Ziel der Freien Wähler war es, so Schülzle, "flächendeckend Bewerber" anbieten zu können. Das sei - trotz vieler intensiver Gespräche und Telefonate bis kurz vor der Sitzung - nicht gelungen. So habe man in Hörschwag vergebens an die Türen geklopft. Dasselbe galt für Salmendingen und Melchingen.

 

Das zweite Ziel, das man verwirklichen wollte, war die schöne Zahl von 20 Bewerbern. Dahin zu gelangen hatte der Fraktionssprecher sogar noch während der gestrigen Sitzung hoffen dürfen. Ein Killerner Bürger war einem Freund gefolgt, wollte mal reinschnuppern, wie er sich sinngemäß ausdrückte. Von Schülzle hoffnungsvoll dazu befragt, sagte der Mann dann jedoch ab. Eine Kandidatur sei ihm zu kurzfristig. Vielleicht in fünf Jahren.

 

In der Fragerunde erklärten die Bewerber mehrheitlich, eine zweckorientierte Politik zugunsten der Stadt verwirklichen zu wollen. Parteiinteresse sei ihnen fremd.

 

Schülzle ging dann noch auf die aktuelle Situation im Gemeinderat ein. Derzeit stünden den acht Vertretern der Freien Wähler 15 Stadträte der CDU gegenüber. Eine weitere Fraktion gebe es nicht. Und soweit ihm bekannt, sei für die anstehende Legislaturperiode auch keine dritte Liste im Umlauf. Auch das fand der Burladinger eher bedauerlich.

 

"In der großen Zahl, wie wir heute im Ratssaal sitzen", ulkte Schülzle, "werden wir uns nach der Wahl wohl hier kaum wiedersehen." Freilich hoffte er darauf, die Zahl der Sitze im Gremium zumindest halten zu können. Sie zu verbessern wäre ihm selbstverständlich noch lieber.

Quelle: SWP (25.03.20164)